DJI Phantom V1.1.1

Mit dem DJI Phantom in der Ready-to-Fly (RTF) Version gelingt auch unerfahrenen RC-Piloten der preisgünstige Einstieg in den Quadrocopter Flug.  Die neuere Version lässt sich wie die teurere Phantom 2 ausstatten und erzielt  gute Flugzeiten. Greift aber bloß nicht zu Carbon-Propellern!!

Von RC-Cars zum Coptervirus

Bevor ich unten auf den DJI Phantom V1.1.1 genauer eingehe, möchte ich kurz schildern, mit welcher Intention ich zum Copterfliegen kam … denn ich muss zugeben:

Der DJI Phantom hat überhaupt erst meine Leidenschaft für Quadrocopter entfacht.

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Eigentlich fahre ich mit meinen zwei Söhnen seit geraumer Zeit Elektro- und Nitro-RC Cars … und ich suchte nach einer Möglichkeit unsere Geländefahrten & Sprünge  besser als nur mit dem Smartphone  zu filmen.  Am liebsten mit der Möglichkeit für Zeitlupen-Aufnahmen, um die späteren Filme in guter HD-Qualität noch interessanter & spektakulärer aussehen zu lassen.

Nach ein wenig Recherche und umschauen kam ich auf eine GoPro Hero 3+ Kamera (ca. 330 EUR) und den DJI Phantom V1.1.1 Quadrocopter (399 EUR). Die Kombi ist nicht super preiswert, doch sie erfüllt meinen Anspruch an vielseitigige Einsetzbarkeit, Full-HD Aufnahmen mit ausreichender Framerate für Zeitlupen (50-100 fps, je nach gewählter Auflösung) und ist kompakt und leicht genug, wenn du zu einem coolen Spot mal zu Fuß unterwegs bist. Mit der GoPro-Cam, dem mitgelieferten bis 40m wasserdichten Schutzgehäuse und verschiedensten Befestigungsmöglichkeiten kann diese direkt auf den RC-Cars, einem Stativ oder eben an der mitgelieferten Kamerahalterung der Phantom befestigt werden und per beiliegender WiFi-Remote oder der kostenlosen Handy App via WLAN eingestellt und Fotos sowie Filme ausgelöst werden.

Nach dem Jungernflug war´s um mich geschehen

Soweit die Theorie. In der Praxis musste ich mich noch mit der Steuerung und dem Flugverhalten eines Quadrocopters auseinandersetzen. Da mir  Flugerfahrung fehlte (außer Segelflug mit 3 Kanälen in jungen Jahren), fiel die Entscheidung auf den „idiotensicheren“ DJI Phantom. Preislich und von den Funktionen her wäre auch der Blade 350 QX eine Alternative, der im Vergleich agilere Flugeigenschaften aufweist. Allerdings gehen mir Ruhe & Stabilität vor Agilität und mein Eindruck war, dass der DJI öfter verkauft wird, die Ersatzteilversorgung besser ist und es finden sich zudem im Netz jede Menge Tipps, Tricks, Videos, etc.

Die ersten Ausflüge zeigten, wie einfach es ist, den DJI zu steuern und sich mit Steigen, Gieren, Nick & Roll vertraut zu machen. Nach ein paar Akkus und einigen Runden über weite Plätze, in einiger Höhe und den ersten Luftaufnahmen war es um mich geschehen! So ein Teil taugt für mehr, als nur ein paar Nitro-Cars beim bashen zu filmen. Viel, viel mehr … das Coptervirus hat mich infiziert! 🙂

DJI Phantom V1.1.1 in der RTF-Version

DJI Phantom Serie im Kurzüberblick (Preise Stand Jun 2014)


  • Phantom V1.1.1 …………. ab 399,- EUR
  • Phantom 2  …………………. ab 589,- EUR

Ready-to-Fly mit Kamera

  • FC-40 ………………………… ab 439,- EUR
  • Phantom 2 Vision …… ab 888,- EUR
  • Phantom 2 Vision+ … ab 1099,- EUR

DJI hat, wie du siehst, eine ganze Serie vom Phantom im Programm. Den Einstieg macht der Phantom V1.1.1 , der wie der deutlich teurere Phantom 2 zu den Quadrocoptern zählt, die du selbst mit Kamera, Gimbal plus anderen Erweiterungen wie dem iOSD-Modul bestücken kannst (zeigt Flugdaten in Echtzeit auf einem Monitor an). Letzeres ist zum Beispiel der Unterschied zur Urversion der Phantom: Der integrierte Naza-M V2 Controller in der V1.1.1 Version entspricht weitgehend dem separat erhältlichen V2-Controller, den es in der Urversion noch nicht gab. Darum erfreut sich auch die V1.1.1 Version erneut großer Beliebtheit: Sie lässt sich zum nahezu baugleichen Phantom 2 (augenscheinlichster Unterschied andere Propeller und größerer Akku) ausbauen und kann zum etwas günstigeren Preis ähnliche Flugzeiten erreichen.

Zu den Versionen mit Kamera zählen die FC-40 (mit 720p HD Cam und eigener DC40 Handy-App), die Phantom 2 Vision (mit 1080p Full-HD Cam, DJI App und per Fernbedienung verstellbarer Kamera-Neigung bis 60°) und die taufrische Phantom 2 Vision+, die gleich noch einen 3-Achs-Stabilisierungs-Gimbal mitbringt, der eine Neigungsverstellung bis zu 90° erlaubt und deutlich mehr Reichweite für die Bildübertragung.

Einen übersichtlichen Vergleich der Modelle und Fähigkeiten gibts auf der offiziellen DJI Innovations Website: klick!

Lieferumfang: tutti kompletti

Was bei DJI direkt begeistert, wenn du den Karton aufmachst und den Inhalt checkst: Es ist wirklich alles dabei, um noch am selben Tag den Jungfernflug zu absolvieren. Dazu 1x Satz Ersatz-Propeller, Montage-Werkzeug, Aufkleberbogen und eine durchaus verständliche Anleitung in deutsch, die es auf der DJI-Homepage stets in einer aktuellen Fassung als PDF zum Download gibt.  Einzig 4x AA Batterien brauchst du noch, die in die RC-Fernbedienung eingelegt werden.

Der Phanti wird mit LiPo Flugakku und passendem Ladegerät geliefert, das noch erwähnenswert ist. Dieses besitzt selbsterklärende Status-LEDs sowie einen Balancer-Anschluss und ist definitiv ein brauchbares Teil, um die Zellen von 3S-Akkus mit XT60 Stecker per Schalter schonend oder schnell mit 1A, 2A oder 3A zu laden.

Der mitgelieferte LiPo 3S Akku mit 11.1 Volt, 2.200 mAh ist von seinen Maßen her recht kompakt und leicht (LBH 105 x 33 x 22 mm, 171g). Ich verwende zusätzliche 2.400 mAh LiPOs von Hacker Eco-X die ein wenig preisgünstiger sind und gerade noch so in den Akkuschacht der Phantom passen, dafür etwas schwerer sind (LBH 108 x 34 x 25 mm, 196g).  Achte beim Akkukauf auf die hier genannten Maße, die als Maximalmaße angesehen werden können, wenn du keine extra große Akkuklappe installieren möchtest (gibt´s im Netz)  oder den LiPo außerhalb anbringen.

Tipp: Einige verwenden die DJI Phantom 2fach Akkuhalterung mit Y-Kabel, um die Flugzeit durch zwei Akkus zu erhöhen (zB hier für knapp 30 EUR) erhältlich.
Allerdings musst du auch bedenken, dass du mehr Gewicht nach oben bringst und dies neben der Optik auch das Flugverhalten beeinflusst. Der Copter reagiert etwas träger. Doppelte Flugzeit wirst du auch bei doppelter Kapazität kaum erzielen, etwa 4-6 Minuten sind möglich. Die Zusammenhänge erklärt Arthur Konze vom Kopterforum sehr anschaulich:

Ein bisschen basteln, dann am PC anstöpseln

Bevor es zum Jungernflug geht, ist der DJI Phantom aus dem Karton mit ein paar Schrauben und Handgriffen zusammenzubauen. Das gelingt sehr leicht und ist in 10-20 Minuten ohne Extra-Werkzeug erledigt: Während du den Akku auflädst, bringst du die 2x Landegestell-Beine an, verbindest den Kompass und verlegst die Empfangsantennen. Anschließend schraubst du die Propeller auf. Diese sind mit einer schwarzen und silbernen Kappe markiert, da 2 Motoren rechts-, 2 links-drehend sind. Sie werden also abwechselnd montiert – da kannst du eigentlich nichts falsch machen und die Propeller sind für alle Fälle selbstsichernd.


System-Kalibrierung muss sein

Der Phanti ist werksseitig bereits konfiguriert. Sind alle Akkus geladen kannst du im Prinzip raus aufs Feld und fliegen. Zuvor musst du aber unbedingt einmal alle Sensoren kalibrieren! Das geht einfach und schnell und wird so gemacht:

  1. Fernsteuerung einschalten, keine Knüpel bewegen
  2. Akku mit Phantom verbinden und in Schacht einlegen. Es ertönt eine Signal-Tonleiter
  3. Einige Sekunden warten bis der Phantom sich initialisiert und Satelliten erkannt hat. Das LED-Blinksignal ändert sich.
  4. Kompass-Kalibrierung starten indem der rechte obere Schalter an der Fernbedienung einige Male hin- und hergeschaltet wird (LED leuchtet dann dauerhaft gelb)
  5. Kompass kalibrieren:
    a) Quadrocopter am Rumpf festhalten und sich mit ausgestrecktem Arm einmal im Kreis drehen (360°)
    b) Quadrocopter in die vertikale Ausrichtung drehen (zwei Ausleger zeigen zum Boden, zwei in die Luft) und erneut mit ausgestrecktem Arm im Kreis drehen. Die LED blinkt nun grün, der Kalibirier-Vorgang ist abgeschlossen.

Ich kalibriere den Phanti jedes Mal an einem neuen Flugplatz neu. Meist genau da, wo ich ihn auch starte … mit reichlich Freiraum nach allen Seiten, abseits von Menschen, Tieren, Gebäuden, Stromleitungen, Masten & Bäumen. Das ist wichtig, wenn du mal einen Signalverlust hast und deine Phantom eigenständig zum Startpunkt zurückkehren muss oder du aus welchen Gründen auch immer die „Coming Home“ Funktion bemühen musst: Der Quadrocopter begibt sich dann am aktuellen Standort auf 30m Höhe, richtet sich am Homepunkt aus, fliegt auf diesen zu und setzt zur Landung an.

Phantom mit PC-Software testen & einstellen

Hast du´s bemerkt? Die Phantom 1 besitzt einen USB-Anschluss. Mit diesem und dem mitgelieferten Kabel kannst du die Naza-M Flugsteuerung auf dem aktuellen Stand halten und deinen Phantom sowie die Fernsteuerung testen, kalibrieren und einstellen.

Die benötigten Treiber (DJI Driver) & Software (Naza-M Assistant Software) erhältst du für Windows wie Mac kostenfrei auf der DJI Website.

Du musst die Fernsteuerung sowie den Quadrocopter einschalten, bevor du ihn per USB mit deinem Rechner verbindest. Starte erst dann die installierte Naza-M Software. Sie sucht automatisch nach deinem Copter. Die Software gibt es derzeit leider nur in englischer Sprache. Dennoch lässt sich relativ schnell damit zurechtkommen, die meisten Optionen und Einstellungen ergeben sich aus dem Kontext und sind auch erklärt. Bleibst du mit der Maus über einem Eintrag, einer Option, erscheint links jeweils eine Erläuterung.

Speichern von Werten und Einträgen mit ENTER
Die Software bietet keinen Speicher-Button, wenn du Werte oder Optionen dauerhaft verändern möchtest. Stattdessen trägst du deine Daten einfach ein (Schrift in rot) und drückst dann die ENTER/Eingabe-Taste deiner Tastatur, um diese dauerhaft zu speichern (Schrift schwarz).

Zusammenfassende Erfahrungen

Die Phantom V1.1.1 ist toll und jeden Cent wert! Gut verarbeitet, kompletter Lieferumfang, leicht in Betrieb zu nehmen und einfach zu steuern. Ich kam ohne jegliche Flugerfahrung flink mit der Steuerung und dem fliegen auf Sicht zurecht. Erst mit einiger Sicherheit und sicherer Lage-Erkennung habe ich das Flugareal und die Flughöhe ausgeweitet – und wenn man sich mal nicht sicher ist, hilft es prima, die Finger von den Knüppeln zu lassen und zu schauen, wie sich der Phanti allein stabilisiert.

Bei böigem bis mittelstarkem Wind brauchts defintiv mehr Erfahrung. Da sollte man sich selbst als Ungeübter nicht überschätzen! Der Copter gleicht einiges gut von selbst aus, aber er driftet oder dreht auch was du entsprechend ausgleichen musst um stets die Kontrolle zu behalten. Das wird umso schwieriger, je weiter der Copter von dir entfernt ist. Ich hatte schon eine Situation, in der mir das Failsafe bzw. Ausschalten der Fernsteuerung geholfen hat, weil der Wind ihn immer weiter wegdrückte und ich mir nicht mehr 100%ig sicher war, ob ich ihn wirklich mit einigem nötigen Speed gegen den Wind in meine Richtung bringe. Am Ende war´s so (Kamera-Aufnahmen haben es gezeigt), aber es war in dem Moment echt Gold wert, sich auf den Phantom verlassen zu können.

Keine China Carbon-Propeller!
In der ersten Verliebtheit meint man, seinem Copter was gönnen zu müssen. In dem Fall Carbon-Propeller aus China, die von so schlechter Qualität waren, dass zwei durch die bloße Drehzahl beim ersten Testflug gebrochen sind! Resultat: Crash gegen einen Baumstamm. Zum Glück nur aus geringer Höhe über dem Boden. Der Phantom hat´s tadellos überstanden – aber ich rate von China-Propellern ab und bleibe beim Phantom bei den Standard-Propellern … oder maximal bei Carbonfaser-verstärkten von Aeronaut oder Graupner eProps.

Impressionen der ersten Flüge

Die Galerie zeigt einige Luftaufnahmen, die mit der DJI Phantom V1.1.1 und einer GoPro Hero 3+ ohne weitere bauliche Veränderungen entstanden:

 

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