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TBS Vendetta: Review

Der TBS Vendetta ist ein rasanter FPV-Racer. Dafür sorgen der TBS Powercube, 2.300kv Cobra Motoren und druckvolle 3-Blatt-Props. Das Carbon Chassis verleiht Stabilität und eine einzigartige Optik. Ein paar kleine Schwächen gibt´s und dennoch: Ich liebe den Vendetta.

TBS Vendetta FPV-Racer

Warum der?

Derzeit einer besten ARF FPV-Racer
Hab ich schon länger ein Auge drauf

3 Highlights in Kürze

  • Einzigartiges Design mit Carbon-Monocoque-Rahmen
  • Ausschließlich hochwertige TBS-Komponenten
  • Schnellwechsel-System zur leichten Wartung/Reparatur

TBS Vendetta

Team Blacksheep (TBS) liefert mit dem Vendetta einen FPV-Flitzer, der bereits durch sein einzigartiges Carbon-Monocoque auffällt. Und er hat noch einiges mehr zu bieten. Zum Beispiel „Quick-Release“, um ratzfatz Motorträger oder Elektronik-Komponenten zu wechseln. Verbaut ist alles, was bei TBS grad gut & teuer ist: Der TBS Powercube mit F3 Colibri Race Flightcontroller und integrierten ESCs, die bis zu 6S! LiPos packen. Der TBS Unify Pro Videosender mit Raceband und der sehr kompakten TBS Triumph Antenne. Ebenso an Bord: TBS Core Pro On-Screen-Display (OSD) und die TBS ZeroZero FPV-Cam.  Dieses Komplett-Paket kostet derzeit 556 Euro (Stand: 20.Sept 2016). Für die Ausstattung und Leistung nicht übertrieben.

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Aufbau: Löten is nicht

Zur Verarbeitung und dem Aufbau des Vendetta muss man nicht viele Worte machen: Allererste Sahne und wohl durchdacht. Die CNC gefrästen Ausschnitte des Monocoque in mattem Carbon, die um 45° abgerundeten Kanten der Arme, die perfekt verlegten Kabel aller Komponenten oder die verbreiteten Ausleger am Motorträger zum Schutz des Motors … einfach nur geil! In Punkto Optik und Verarbeitung ist der Racer eine Klasse für sich.

Lieferumfang TBS Vendetta

Lieferumfang TBS Vendetta

Der Vendetta ist darauf ausgelegt, dass du binnen weniger Minuten Zugriff auf sämtliche Komponenten hast und diese leicht tauschen/ersetzen kannst. Dazu musst du weder löten noch nen PC/MAC fürs Setup bedienen. Alles ist gesteckt.  Du kannst das komplette Setup im Feld über das OSD in Kombination mit deiner Funke und FPV-Brille oder einem –Monitor abschließen.

 

Unboxing & Setup

Der Vendetta bringt in seinem überraschend kleinen Karton alles mit, was du heutzutage in so einem FPV-Racer brauchst. Zum Betrieb benötigt es dann noch eine Fernsteuerung mit mind. 5 Kanälen, Empfänger und natürlich Flug Akkus. Im Lieferumfang gibt´s Goodies wie einen Aufkleber-Bogen, einen zweiten Satz HQ 3-Blatt-Props und Kleinteile. Dazu den Carbon-Body, der auf einem herausziehbaren Schlitten bereits sämtliche Elektronik enthält. Ebenso zwei Arme mit vormontierten Cobra 2204/2.300kv-Motoren. Pfiffig: Die Arme werden auf der Unterseite des Bodys über einen 3-poligen Stecker (ich glaub MT30?) eingesteckt und mit jeweils vier Schrauben und einer Abdeckkappe fixiert. Das schützt zum einen die Kontakte. Und verhindert zum anderen einen Verlust der Schrauben, die allesamt auch mit Schraubensicherungslack überzogen sind.

TBS hat auf Details  geachtet, das merkt man. Nur eines habe ich vermisst: den passenden Sechskant für die Montage bzw Schrauben und einen 8er Schlüssel zur Montage der Propellermuttern. Eigentlich brauchst du hauptsächlich nur zwei Werkzeuge dafür, die hätte man schon noch beilegen können. Meiner Lieferung aus dem 2.Batch liegen 2 Ersatz- bzw Austauscharme bei, die du zB auch mit anderen Motoren & Props bestücken kannst. Innerhalb von Minuten lässt sich so ein anderes Setting fliegen oder eine Reparatur ausführen. Was ebenso Zeit spart und leicht von der Hand geht:  Das Setup ist ohne Rechner über das OSD und FPV-Brille durchzuführen.

Zusammenbau

Der Zusammenbau gestaltet sich recht simpel.

  • Empfänger binden & einbauen
  • Arme montieren
  • Setup abschließen
  • Props drauf und los geht´s

Die genaue Setup-Prozedur habe ich am Beispiel einer TBS Tango Funke in Kombination mit einem FrSky XJT-Modul und X4R-SB Empfänger in diesem Beitrag ausführlich beschrieben.

Ich würde etwas von dem Vorgehen, das TBS beschreibt, abweichen: Binde wirklich erst den Empfänger mit deiner Funke. Dann bau ihn ein. Montiere die Arme, aber hau keinesfalls Props auf die Motoren! Du solltest erst das Setup abschließen und einen Trockenlauf der Motoren machen (Armen/Gas geben/Disarmen). Wenn das alles geht, kannst du die Props draufmachen und mit dem Maiden Flight starten.

Gewicht des Vendetta: 428 Gramm

Ohne Akku bringt´s der Vendetta bei mir mit montierten Props, Empfänger, etc auf leichte 428 Gramm. Mit einem Turnigy 1.400 mAh Lipo zeigt die Waage 545 Gramm an.

Zusammenbau und Setup abgeschlossen.

Zusammenbau und Setup abgeschlossen.

PROs & CONs

Schon toll, wie die ganze Elektronik im kompakten Chassis sitzt. Nachteil: Es ist sehr beengt, normale Empfänger finden hier keinen Platz. Einige haben daher das Receiver-Gehäuse entfernt. Du achtest am besten gleich darauf, einen möglichst kleinen Empfänger im TBS Vendetta zu verwenden. Wie oben beschrieben, nutze ich einen FrSky X4R-SB, der bestens hineinpasst. Er kann direkt per S.Bus an den Colibri Flightcontroller angeschlossen werden. Das passende Kabel liegt im Vendetta frei. Einige nehmen den noch kleineren FrSky XSR, der dann allerdings eine andere Steckverbindung benötigt, was ein bisschen mehr fummeln und löten bedeutet.

So schön das Carbon-Chassis ist. Zwei weitere Nachteile sehe ich bei der kompakten Bauweise noch:

  • Müssen mal Komponenten ausgetauscht werden, sind diese über den herausziehbaren Schlitten gut erreichbar. Doch es ist eben auch alles etwas gedrängt und klein. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt.
  • Einen möglichen Nachteil sehe ich im Betrieb: Die Komponenten sind durch das Carbon-Chassis gut vor mechanischen Einflüssen geschützt (unfreiwillige Landung durch Kollision mit Busch, Fahne, Baum, etc) und durch die Aussparungen im Chassis luftgekühlt. Es können aber auch Staub, Nässe und Schnee eindringen. Die Komponenten sauber zu halten, wird schwierig und ob alle Elektronik-Komponenten im Herbst/Winter Nässe gut abkönnen, wird sich zeigen. Von meinem Eigenbau-Racer mit offenem FC ohne Schutzgehäuse oder 3D-Druckteile kenn ich´s jedenfalls: wird die FC-Platine nass, spinnt er. Da hilft dann nur warten und trocknen lassen.

Wie fliegt er?

Mit dem Vendetta hast du einen tadellosen, präzise reagierenden FPV-Racer unter deinen Piloten-Knüppeln. Da gibt´s grundlegend nichts zu kritisieren. Out-of-the-Box ist er mit den voreingestellten PIDs recht giftig und direkt am Knüppel. Für meine Fertigkeiten fast etwas zu aggro – hier lohnt´s definitiv, mit den PIDs zu experimentieren und an den eigenen Stil anzupassen. Ebenso kann es lohnen, mal 3S und 4S Akkus auszuprobieren und andere Props zu montieren. Das alles ist dann eben anpassen und optimieren, um den eigenen Weg und das optimale Setting zu finden. Das gehört bei so einem Racer eben dazu, weshalb die Kiste auch nichts für Einsteiger ist. Was du mit dem Racer anstellen kannst, ist meiner Meinung nach einzig durch die Fähigkeiten & Fertigkeiten des Piloten beschränkt.

Mit einer montierten Actioncam ala GoPro & Co wird der Vendetta kopflastiger und träger. Eine Mobius und ähnlich kleine Cams spürst du kaum. Bei mehr Front-Gewicht musst du den Akku etwas schieben für den optimalen Schwerpunkt und evtl. mit etwas Gewicht hinten ausgleichen. Ein Akku mit mehr Kapazität leistet hier gute Dienste und gleicht die sonst verkürzte Flugzeit etwas an das gewohnte Niveau an.

Hier noch zwei Beispiel-Videos, die – wie ich finde – sehr schön die Bandbreite zeigen, was mit dem Vendetta alles anzustellen ist. Im ersten Video eher genießerisch cruisend. Im zweiten ungeschminkte Crashes, die zeigen, wie stabil der Vendetta gebaut ist und was neben diesen erhebenden „Perfect Moment Shots“ immer und immer wieder dazu gehört: Üben, üben, üben.

 

 

Copterflieger´s Fazit:

Tolle Optik, top verarbeitet, geile Komponenten, super Flugeigenschaften. Der TBS Vendetta ist ein cooler FPV-Racer für alle, die schon etwas Erfahrung mitbringen und sich weiterentwickeln wollen. Für mich aktuell der neue Lieblings-Flitzer im Stall ,-)

weitere Infos:

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