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SkyRC D100 Dual-Lader Review

Knappe 100 Euro, mit Temperatur-Sensor und WiFi-Modul erweiterbar, so dass eine bequeme Steuerung per App möglich ist. Zwei getrennte Ladekanäle, sinnvolle Funktionen, einfache Bedienung. Was will man mehr?

SkyRC D100 Dual Lader mit WiFi Modul

Der SkyRC Dual-Lader D100 ist zu einem moderaten Preis von 99,- Euro zu haben.  Er überzeugt durch Flexibilität, einfache Handhabung und einigen Komfort: So lassen sich über seine Lade-Kanäle zwei gleiche, aber auch zwei vollkommen unterschiedliche Akku-Typen zur gleichen Zeit laden/entladen. Darüber hinaus lässt sich der D100 mit einem WiFi-Modul u Temperatur-Sensor erweitern, so dass eine Bedienung und bequeme Überwachung per Smartphone-App möglich ist. Ich berichte hier über meine Erfahrungen mit dem SkyRC D100 in Kombination mit dem SkyRC WiFi-Modul.

D100 mit WiFi Modul

D100 mit WiFi Modul

AC/DC: Der D100 beherrscht beides

Der kompakte, eher bullige Lader ist mit großen Lüftern links und rechts ausgestattet sowie einem integrierten Netzteil, mit dem insgesamt 100W Leistung erzielt werden. Besonderheit beim D100: die 100W lassen sich auf die Ladekanäle aufteilen. Ob 50W auf Kanal A und 50W auf Kanal B – oder 70W/30W – oder auch 85W/15W: Die Leistung lässt sich nach Bedarf anpassen. Darüber hinaus bringt der D100 einen Anschluss für eine externe DC-Stromquelle mit (XT60 Buchse), mit der dann jeder Kanal auf max 100W Leistung kommt, also 200W Gesamtleistung.

Lieferumfang zum SkyRC D100  für rund 99,- Euro

Lieferumfang zum SkyRC D100 für rund 99,- Euro

Balancer 1S bis 6S

Einen Balancer-Anschluss gibt es für beide Kanäle, ebenso passende Balancer-Boards, die für 1S bis 6S Akkus geeignet sind.  Mitgeliefert werden zudem zwei Kabelsets mit vergoldetem 4mm Bananenplug und XT-60 Anschluss sowie zwei Kabel mit Bananenplug und offenen Enden, auf die du dir die gewünschten Stecker selber lötest.  Ich verwende zusätzliche Multiladekabel, die eine Vielzahl von Anschlüssen bereitstellen. So muss ich mir um den Steckertyp eines Akkus keine Gedanken mehr machen. Am häufigsten sind bei mir für meine unterschiedlichen Modelle (Kamera-Copter, FPV-Racer und RC-Autos) Akkutypen mit XT30, XT60, JST und Tamiya- sowie T-Stecker bzw Deans-Plug.

Display für beide Kanäle

Auf der Gehäuse-Oberseite des D100 liegen das große, gut ablesbare Display mit Hintergrundbeleuchtung und 5 Bedien-Tasten. Mit der ganz linken Taste wechselst du zwischen Kanal A und B hin- und her. Mit den übrigen 4 Tasten (Start, Stop, Plus und Minus) geht´s durch die Menüs, werden Einstellungen geändert und bestätigt. Die Buttons haben einen angenehmen Druckpunkt. Ein Tastendruck wird in der Werkseinstellung durch einen kurzen Ton bestätigt, es  lässt sich aber auch ausstellen. Die Menüführung ist übersichtlich gehalten und die Einstellungen pro Programm, etwa für LiPOs, NiMH, LiFEs, etc logisch aufgebaut. Wer Ladegeräte wie das beliebte imax B6 kennt oder einen Pichler Multilader wird auf Anhieb klarkommen.

Praktisch: Auf der Unterseite des Laders gibt es zwei ausklappbare Standfüße. Damit steht der D100 nicht eben, sondern leicht angeschrägt, was ein Ablesen des Displays erleichtert.

Alle Anschlüsse vorn

An der Front liegen alle Anschlüsse und sind damit leicht zugänglich. Fein säuberlich nach Kanal getrennt liegen links Stecker, Balancer- und Temperatur-Sensor-Anschluss für Kanal A, rechts entsprechend für Kanal-B. Dazwischen einen normalen USB-Lade-Ausgang und einen Micro-USB-Anschluss. Dieser dient zur Verbindung mit einem PC oder dem Anschluss des optionalen SkyRC WiFi-Moduls. Dem WiFi-Modul liegt ein passendes Kabel zur Verbindung bei. Willst du den Lader mit deinem Rechner verbinden, benötigst du ein Micro-USB auf USB-Kabel. So eines hat man meist beim Handy als Ladekabel dabei (außer iPhones). Durch die Verbindung mit einem Rechner lässt sich nicht nur die kostenfrei erhältliche Software „Charge Master“ zur Einstellung/Lade-Überwachung nutzen. Hierüber kannst du dann auch – wenn nötig – die Firmware des D100 updaten. Mein Lader hat die Software-Version 1.17 drauf.

Lade-Programme & Extras

Der erste Eindruck ist positiv. Am wichtigsten ist natürlich das Laden selbst und welche Akku-Typen & Programme der D100 unterstützt. Fang ich mal bei den Akku-Typen an: Umgehen kann der D100 mit NiMh, NiCD, LiPo, LiFe, LiLon, LiHV und PB.

An Programmen beherrscht der Lader gängige Spielarten wie „Fast- & Storage-Mode“ für Lithium-Batterien oder auch mehrmaliges „Peak-/Re-Peak Laden“ um NiMH/NiCD Akkus bis zu 3x mal zyklisch hintereinander zu laden.  Mit dem „Charge-Discharge“ Programm werden Akkus 1x bis 5x hintereinander geladen und wieder entladen.

Kanal A zeigt das Program.  Kanal B grad detailliert die Spannung jeder Zelle.

Kanal A zeigt das Program. Kanal B grad detailliert die Spannung jeder Zelle.

Für mehr Sicherheit sollen Funktionen wie „Delta-Peak“-Abschaltung sorgen oder bei Erreichen eines festgelegten „Capacity-Limit“ oder einer max. Zeitspanne, was sich im Menü „Processing Time Limit“ nennt. Was ich hilfreich finde und wo SkyRC aus der Praxis heraus mitgedacht hat: Die Sicherheits-Funktionen können auch während des Ladens eines Akkus abgerufen und während des Ladevorgangs geändert/angepasst werden ohne diesen zu unterbrechen.

Das Programm „Battery Memory“ dient dazu, bis zu 10 Charge/Discharge-Profile pro Kanal zu speichern und nach Bedarf aufzurufen. An zusätzlichen Gimmicks gibt’s sowas wie die „Terminal Voltage Control“ (TVC), mit der sich die End-Voltage verändern lässt. Das kann ich zB bei meinen 2S LRP Outlaw Racepacks nutzen, die statt 7,2V  mit 7,6V kommen und explizit bis zu 8,16V vertragen.  Über „LiPo Battery Meter“ gibt es vor und während des Ladevorgangs Auskunft über die Gesamt-Volt eines Akkus, den höchsten und niedrigsten Wert einer Zelle sowie den genauen Wert in Volt für jede einzelne Zelle. Ich schalte gern auf die Anzeige durch, wieviel der Akku schon geladen ist. Auch das wird als genauer Prozentwert angezeigt. Hilfreich kann auch mal das „Battery Internal Resistance Meter“ sein. Darüber gibt der Lader Auskunft zum gesamten Innenwiderstand eines Akkus, höchstem und niedrigstem Wert sowie dem Innenwiderstand jeder Zelle.

Programme des SkyRC D100 im Kurzüberblick

Batterie-Typ Programm Beschreibung
LiPO
Liion
LiFeLiHV
CHARGE
DISCHARGE
STORAGE
FAST CHARGE
BALANCED CHARGE
Laden
Entladen
Storage-Modus
Schnell-Laden
Laden mit Balancer
NiMH
NiCd
CHARGE

AUTO CHARGE
DISCHARGE
RE-PEAK
CYCLE

Laden
Automatisches Laden
Entladen
Re-Peak-Modus (1-3 Mal)
zyklisches Laden/Entladen
Pb CHARGE
DISCHARGE
Laden
Entladen

Praxis: Akkus laden

Drei für mich typische Anwendungsfälle wurden durchprobiert. Die Einstellungen habe ich je einmal direkt am Gerät vorgenommen – danach mit angestecktem WiFi-Modul. Alle Einstellungen und das Starten des Ladevorgangs habe ich dann mit der kostenlosen „Charger Link“ App für iPhone vorgenommen.

  1. Paralleles Laden zwei gleicher 7,2V 3.000 mAh NiMH RC-Car Stickpacks
  2. Gleichzeitiges Laden eines 11,1V LiPOs und eines 7,2V NiMH Akkus
  3. Laden von zwei LRP Outlaw 7,6V 8.000 mAh Hardcases über ein spezielles Kabel an einem Ladekanal
Laden von 2x LRP Racepacks an einem Kanal über ein spezielles Kabel

Laden von 2x LRP Racepacks an einem Kanal über ein spezielles Kabel

Praxis 1: Gleiche Akkus
Das Ganze funktioniert ala 1-2-3: Ladekabel an den Akku. Stecker in den Lader. Dann auf Kanal-A ins Programm „NiMH“ – „CHARGE“  … Ladestrom einstellen und durch längeres Drücken der Start-Taste bestätigen. Das Gleiche für Kanal-B einstellen und schon lädt auch das zweite NiMH Stickpacks auf. Die Lüfter des Laders drehen nach kurzer Zeit hörbar auf. Das bleibt oft während des gesamten Ladens so. Mich störts nicht, ich hab nen Hobbyraum. Wenn du aber fernsehen magst oder über Nacht aufladen, würd ich mir das Ding nicht grad ins Zimmer holen. Mit Ende eines Ladevorgangs gibt´s ein Tonsignal und der D100 stoppt das aktive Ladeprogramm.

 

Praxis 2: Zwei unterschiedliche Akkutypen
Ein Akku so, der andere ganz anders. An sich ist auch das überhaupt keine Herausforderung für den Dual-Lader mit getrennten Kanälen. Für den verwendeten 3S Lipo mit 11,1 Volt 1.400 mAh wird das mitgelieferte Balancer-Board genutzt und der Balancer-Stecker des Akkus damit verbunden. Schon kann´s losgehen: LiPo-Balance Charge Programm gewählt, Zellenanzahl angegeben und mit wieviel mAh geladen werden soll. Dann Start etwas länger gedrückt lassen. Der Lader checkt, ob alles passt. Durch erneutes Drücken der Start-Taste geht das Ladeprogramm los.

Der zweite verwendete Akku ist ein 2S NiMH mit mit 7,2V 3.000 mAh: Akku dran, Auto-Charge-Programm gewählt, starten und los geht´s. Ich wüsste nicht, was man noch einfacher machen sollte.

 

Praxis 3: Zwei spezielle Race-LiPOs an einem Kanal
Die LRP Outlaws sind für´s RC-Car Racing konzipierte Hardcases, die anstatt 7,2V von vornherein als 7,6V LiPOs mit 8.000 mAh kommen – und mit entsprechendem Lader explizit auf bis zu 8,16V gebracht werden können.

Mit einem speziellen Ladekabel wurde alles so miteinander verbunden, dass beide LiPos am selben Kanal des D100 aufgeladen wurden. Mit dem „Balanced Charge“ Programm werden alle Zellen des Akkus so geladen, dass sie am Ende alle die gleiche Spannung aufweisen. Da meine Test-Akkus eine hohe Kapazität haben, dauerte das Laden sehr lange. Nach 120 Minuten wurde das Programm gestoppt: Der Sicherheits-Timer von 120 min war abgelaufen. Gut so, dafür ist er da und augenscheinlich funktioniert er auch zuverlässig. Der Timer lässt sich nach Bedarf erhöhen oder auch ausstellen. Wenn man mal mehrere Lade-Entlade-Zyklen durchmacht, stellt man den Gesamt-Timer aus und nutzt eher den CHRG -> DSCHG Timer, um zwischen Lade-/Entladezyklen eine gewisse Zeitspanne verstreichen zu lassen (zb 10-15 Minuten).

WiFi-Modul und App
Mit dem SkyRC WiFi-Modul und der kostenfreien „Charger Link“ App (für Android sowie iOS verfügbar) lässt sich der Lader quasi fernsteuern. Ich habe die aktuelle iOS-Version 1.5.1 vom 16.05.2016 ausprobiert. WiFi-Modul und App funktionieren in der Praxis so:

WiFi-Modul an den D100 stecken. Es wird über den Lader mit Strom versorgt und macht ein „SkyRC5E45“  WLAN auf. Mit dem Smartphone verbinden und schon kannst du die Charger Link App aufrufen.

Smartphone mit dem WiFi Modul verbinden

Smartphone mit dem WiFi Modul verbinden

Die App ist einfach gehalten und teilt sich in drei Haupt-Bereiche:

  1. Home (Programmwahl)
  2. Program (hier können Profile angelegt oder abgerufen werden)
  3. System (zum vornehmen der generellen Einstellungen)

d100-app-03

Die Bedienung simpel: Den gewünschten Kanal A oder B wählen. Dann Akkutyp, die Anzahl der Zellen und das bevorzugte Programm angeben. Im zweiten Bildschirm folgen dann Charge und Discharge-Angaben in [A]. Durch drücken des Buttons „Confirm“ piepst der Lader und bestätigt damit, dass es losgeht.

Läuft das Ladeprogramm, gibt die App Auskunft über den Status (Charge oder Completed) und zeigt die aktuelle Kapazität und Dauer des bisherigen Ladevorgangs an. Ebenso die Einstellungen, die für das Programm gemacht wurden.  Was ich vermisse, ist eine Anzeige für den Ladezustand in %. Das kann der D100 anzeigen … und sollte auch die App können. Die wurde seit 2014 immerhin schon ein paar Mal upgedatet. Und bei der App zum taufrischen Vierfach-Lader Q200 ist´s zB implementiert.

d100-app-04

Ein paar andere Kleinigkeiten sind mir noch beim testen aufgefallen:
Ist die App mit dem Lader nicht verbunden, brauchst du auch nichts in den Grund-Einstellungen unter „System“ verändern. Es wird nicht gespeichert. Nach jedem Klick erscheint der Hinweis, „Alert: No Charger found“. Um zB den Sicherheits-Timer von 0 auf 60 min zu stellen, müssest du 60x den Hinweis wegklicken! Und wie gesagt: die Einstellungen werden in der App eh nicht gespeichert. Änderungen machen also nur Sinn bei bestehender Verbindung und Übermittlung zum D100.

Mit Fehlermeldungen hat´s die App auch nicht so. Genauer: die wurden nicht gewissenhaft implementiert. Im Bereich „Program“ habe ich einmal versucht, unsinnige Eingaben zu tätigen, die mit einer Meldung auf Chinesisch quittiert wurde. Als ich den Balancer-Anschluss absichtlich nicht korrekt eingesteckt hatte, meldete der Lader einen „Cell Error“.  Die App hingegen gab mir den wenig hilfreichen Fehler-Hinweis aus: „Alert! The other error!“ Nun gut – zumindest war klar, dass irgendwas nicht stimmte.

Alles in allem ist es kinderleicht, den D100 per WiFi-Modul und App zu bedienen. Das Wesentliche kann man einstellen und ändern. Doch lohnt es sich das WiFi-Modul zu kaufen? Rational betrachtet wohl weniger. Immerhin kostet es 20-25 Euro. Klar ist es bequem, alles via Smartphone einzustellen oder zwischendurch nach dem Ladezustand zu schauen. Doch der wirkliche Mehrwert oder noch treffender: eine sinnvolle Erweiterung der Möglichkeiten sehe ich leider noch nicht. Was wäre es doch cool, den Lader per Remote auch ein-/auszuschalten. Tatsächlich aktiv Mitteilungen in die Nachrichtenzentrale zu bekommen, wenn der Lader durch ist. Erweiterte Lade-Profile zu haben, um mit einem Tastendruck sämtliche Settings abzurufen oder gar Statistiken darüber erstellen zu können, wieviele Ladezyklen jeder drangehängte Akku so hinter sich hat. Die Anwendung ist definitiv interessant, ich sehe aber auch noch einige Luft nach oben.

 

Copterflieger´s Fazit:

Rundum überzeugend! Mit dem SkyRC D100 gibt´s guten Gegenwert fürs Geld: Einen kompakten, flexibel nutzbaren und komfortabel zu bedienenden Dual-Lader für gängige Anwendungen. Praktisch ist die Möglichkeit, den D100 wahlweise mit integriertem Netzteil zu betreiben oder an einer 11-18V DC-Quelle. Das WiFi-Modul in Kombination mit der kostenlosen App tut seinen Dienst – stellt aber keinen kaufentscheidenden Mehrwert dar. Auch wenn ich die App gern nutze, so fehlt mir derzeit die wesentliche Info, die die App des nagelneuen Q200 Vierfach-Laders mitbringt: Wieviel % des Akkus sind geladen? Wie lange wird´s etwa noch dauern? Das schmälert aber nicht mein Fazit zum D100 insgesamt. Ich bin mit dem Lader sehr zufrieden. 

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