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Arrma Typhon 6S BLX: erste Eindrücke

Der Arrma Typhon 4WD Offroad-Buggy begeistert von Beginn an und geht schon mit 4S Akkus ordentlich ab. Sau stabil, super Handling und für Speedfreaks mit Luft nach oben. Der beste RTR 1:8er Buggy, den ich je gesehen habe.

Heute soll´s mal nicht um Copter gehen, sondern um den 1:8er Elektro-Buggy  „Arrma Typhon 6S BLX“. Eine Karre wie diese eignet sich, um unkompliziert und ohne lange Vorbereitung vor der Haustür ein paar Runden zu drehen. Auf dem nächst gelegenen Parkplatz mit Gleichgesinnten ein kleines Rennen auszutragen oder im Skaterpark und in Wald & Flur zu bashen, wo du gerade Lust drauf hast.  Nach meinen Erfahrungen haben die meisten mit ferngesteuerten Elektro-Buggies (im Gegensatz zu den „lauten & gefährlicher wirkenden“ Nitro-Verbrennern, mit denen meine Modellbau-Leidenschaft begann) keine Probleme. Im Gegenteil: Sie werden interessiert bis neugierig beobachtet und beäugt.

Verpackung des Arrma Typhon 6S

Verpackung des Arrma Typhon 6S

Zwei Arrma Typhon 6S BLX, bitte 

Ich habe im Vorfeld viele Reviews & Meinungen gelesen, YouTube Videos angeschaut und in einschlägigen Foren gestöbert. Relativ schnell ließ sich die Auswahl auf eine handvoll 1:8er Buggy´s eingrenzen. Am Ende fiel die Kaufentscheidung für den Arrma Typhon 6S. Genauer gesagt derer zwei, denn es sind zwei Männer im Haus, die Spaß mit- & gegeneinander haben wollen ,-) Hauptgründe waren das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis, gegen Wasser gedichtete Komponenten und die, bis auf Kleinigkeiten, durchweg positiv ausfallenden Meinungen zu Ausstattung & Qualität des RTR-Sets. Ersatzteile sind zu moderaten Preisen verfügbar und bei der Akku-Wahl ist man flexibel:  Der Akkuschacht nimmt 4S und 6S Akkus als Softpack oder Hardcase auf.  Es geht auch eine Kombination aus 2x 2S oder 2x 3S Akkupacks, die sich über Kabel mit T-Steckern  (Deans-Stecker) verbinden lassen. Die Akkus sollten allerdings nicht größer sein als ca 155mm x 50mm x 50mm (LxBxH). So groß ist maximal die Akkuwanne, wenn du alle Versteller zum einpassen deines Akkus entfernst.

Für 319 Euro habe ich den Arrma Typhon 6S über (m)einen Online Fachhändler geordert. Abzüglich 20 Euro Gutschein, den ich noch hatte.

Unboxing Arrma Typhon 6S BLX

Der Arrma Typhon 6S kommt in einem großen, von allen Seiten bunt bedruckten Karton. Das „60+ mph“ ist nicht zu übersehen, was 95 km/h und mehr entspräche. Auf der Seite steht vielversprechend „designed to be fast“ … „designed to be tough“.  Stimmt, der Arrma ist schnell und robust. Dennoch muss man relativieren: der Buggy erreicht aus dem Karton heraus diesen Topspeed nicht. Dazu ist der Einbau eines anderen Ritzels notwendig (eines mit 16 statt der verbauten 14 Zähne liegt sogar bei). Und es braucht einen 6S Akku. Mein Sohn und ich werden den Arrma aber im Auslieferungszustand mit 2x 2S Akkus (also 4S Setup) bestücken und einfahren.

Der Typhon ist als Ready-to-Run Set fertig montiert. Im Grunde also nur noch Batterien in die 2,4 GHz Pistolengriff-Fernsteuerung und Akkus in den Flitzer und es kann losgehen.

Aufbau & Verarbeitung: erste Eindrücke

Der Offroad-Buggy hat was! Du hebst ihn aus dem Karton und spürst sein ordentliches Gewicht. Dazu sieht er in seinem rot-schwarz-Mix echt schick aus. Die rote Haube ist mit stimmigen Dekorbögen versehen. Die gibt´s übrigens auch in silber-grau oder transparent, für alle, die gern ihr eigenes Design kreieren. Die Kanten der Lexan-Karosserie sind sauber ausgeschnitten und angepasst, nur an wenigen Stellen noch etwas scharfkantig. Auf den ersten Blick macht der 4WD-Buggy einen soliden Eindruck. Auf den zweiten Blick offenbaren sich tolle Details und eine durchdachte Materialwahl.

Schick ist er, der 4WD Offroad-Buggy

Schick ist er, der 4WD Offroad-Buggy

Basis des Arrma Typhon bildet eine dicke, schwarz eloxierte Aluminium-Platte. Die Unterseite ist glatt und fast plan. Alle Schrauben sind sauber versenkt. Einzige Öffnung ist der Schlitz unter dem Hauptzahnrad. Seitliche, vorn abgerundete Kunststoffwannen bilden die Verbindung zur Karosserie.

Unter der Haube zeigt sich ein übersichtlicher, gut zugänglicher Aufbau: Das Mitteldifferenzial mit dem stählernen Hauptzahnrad liegt etwas hinter der Chassismitte. Hierauf überträgt der rechts hinten liegende Motor seine Kraft. Vor dem starken 2050kv Brushless Vierpol-Motor mit Alu-Verrippung sitzt der wasserdichte 180 BLX Fahrtenregler mit aufgesetztem Lüfter. Davor das stehend montierte Lenkservo ADS-15M mit 15kg Stellkraft und Servosaver. Die linke Gehäuseseite bleibt somit frei für die vorn liegende, wasserdichte Empfängerbox. Der Rest bietet Platz für ein- bis zwei Akkus.

offener, gut zugänglicher Aufbau beim Arrma Typhon 6S

offener, gut zugänglicher Aufbau beim Arrma Typhon 6S

Die Motorhalterung ist in stabilem Alu ausgeführt, was auch Wärme gut ableitet. Dicke Stahlknochen führen in das vordere und hintere Kegel-Diff. Ein Winkeltrieb bringt die Antriebskraft jeweils auf die Räder. Vorne kommen CVD Stahlknochen zum Einsatz. Hinten Stahlknochen. Auf den Differenzialen sind 5mm dicke Dämpferbrücken aus schwarz eloxiertem Alu montiert. Die sind gestanzt statt gefräst, was man an den Kanten sieht. Damit sind sie preiswerter, aber nicht minder stabil. Daran sind, jeweils mit 3 Verstellmöglichkeiten, die 18mm dicken BigBore Stoßdämpfer montiert. Auch die sind aus rotem Alu mit entsprechenden Alu-Kappen und haben neben einem Kunststoffring mit Feingewinde zur Einstellung des Federweges die praktischen „Dämpfer-Socks“: Gummimanschetten, die die Kolbenstangen bestens vor Verschmutzung schützen. Das einzige, das ich jetzt noch vermisse, wären „Mud Guards“ – also Abdeckungen vor den Achsschenkeln, die Gräser und Schmutz von Antriebsstangen und Anlenkung fernhalten.

Die Achseinheiten Aufbauten stützen sich vorn wie hinten mit dicken Kunststoffstreben gegen das Chassis ab und sollen so für möglichst wenig Verwindung sorgen. Ebenso die serienmäßigen Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Die Achsschenkel bestehen wie die Aufhängung für den breiten und irgendwie schicken Spoiler aus faserverstärktem Kunststoff und machen einen sehr guten Eindruck. Sie sind einerseits fest, aber auch noch flexibel genug, um Rempler und Stöße abzufangen.  Die Radaufhängung vorn ist als Pivotball-Aufhängung ausgeführt. Der Sturz wird hier über die Kugelgelenke eingestellt. Hinten über die üblichen Gewindestangen. Die Crossreifen mit Noppen sind sauber auf die Felgen geklebt und sitzen auf den üblichen Sechskant-Mitnehmern, ebenfalls aus Alu. Viele wechseln die Bereifung gern auf die favorisierten Profile für optimales Handling auf der präferierten Strecke. Das passende Werkzeug zum wechseln liegt dem Set zusammen mit einigen Inbus-Schlüsseln bereits bei.

Solide Standard-Funke

Die ATX 100 ist eine typische RTR-Fernbedienung mit den eben nötigen Funktionen: Trimmung für Throttle & Lenkung einstellen sowie Servo-Umkehr. Sie liegt gut in der Hand und benötigt zB nur 4x AA statt oft üblicher 8x AA Batterien zur Stromversorgung. Was ich im Detail wieder schön finde: Der Akku-Halter hat einen JST-Stecker. Die Akkubox kann also auch abgesteckt und durch ein Akku-Pack ersetzt werden. Eine Ladebuchse hat die Funke ebenso wie eine einklappbare Stab-Antenne. Das Neopren-Wheel ist griffig, angenehm weich aber eben nicht rutschig. Mit etwas Eingewöhnung ist ein feiner dosiertes lenken ebenso drin wie sanftes Gas geben. Die ATX 100 ist eine solide Basis-Funke. Ich habe bei teureren RTR-Sets schon schlechtere Sender gesehen.

Zusammenfassend: der Arrma Typhon macht optisch was her und seine Komponenten sowie das Material wurden mit Bedacht gewählt. Ich habe noch kein RTR-Set dieser Preisklasse mit so guter Ausstattung und genau den richtigen Materialien an den richtigen Stellen gesehen.  Aus dem Karton heraus ist der Flitzer überzeugend … bis auf folgendes:

Erst binden, dann rasen

Bei mir waren bei beiden Buggies Sender & Empfänger nicht gebunden. Für ein RTR-Set ungewöhnlich. Darüber habe ich in bisherigen Reviews oder Foren nichts gelesen. Auch wenn die Prozedur an sich einen nicht vor allzu große Herausforderungen stellt: Es sind ein paar Handgriffe nötig und so ganz RTR ist es dann eben nicht: Vier Schrauben der Empfänger-Box sind zu lösen, eine Steckbrücke in Kanal 3 zu stecken,  bei Sender und Empfänger während des einschaltens „Bind-Button“ drücken, bis nix mehr blinkt. Dann Steckbrücke wieder raus, Empfänger in die Box zurück und alles wieder zuschrauben.

Erste Bashing-Eindrücke

Zum einfahren haben wir je zwei LRP 2S Stickpacks mit 3.000 mAh Kapazität verwendet. Schlicht und ergreifend, weil wir sie da hatten. Bestellt sind bereits SLS X-Tron LiPos mit einer Kapazität von 5.000 mAh in 4S und 6S.

Was zunächst auffällt: Bei Verwendung von 2 Stickpacks finde ich die zwei vorhandenen Klettbefestigungen nicht ganz ausreichend. Egal wie fest du die „Strapse“ ziehst: der obere Akku kann bei heftigen Mannövern oder Sprüngen rutschen. Es liegen dem set auch Plastikkappen zur Sicherung bei. Das ist am Ende aber auch nicht viel besser. Ich würde die Akkus daher zusätzlich mit Klettband sichern. Damit habe ich bei RC-Autos wie Racing-Coptern gute Erfahrungen gemacht. Dämpft ein bisschen und hält sicher gegen verrutschen

Erste Fahrt auf trockenem Asphalt

Der Lüfter des Fahrtenreglers dreht ungeregelt & hörbar auf. Es braucht halt auch eine effektive Kühlung, weshalb es mich nicht sehr stört.  Ich empfehle, den Buggy einige Runden bei geringem Tempo einzufahren, damit sich das Metallgetriebe und die –diffs einschleifen – und nicht sofort die Fullspeed-Fähigeiten auszutesten. Das Getriebe wird’s danken und angenehm gleichmäßig surren. Nach ein paar Runden hört man die Veränderung auch im Klang des Flitzers. Zudem lässt sich die Lenkung bei geringem Tempo gut eintrimmen, damit der Arrma Typhon auf glatter Ebene ohne Lenk-Korrekturen geradeaus läuft.

Schon bei geringem Tempo merkt man, wie agil der Arrma ist: Die Lenkung ist direkt, Kurven lassen sich sehr eng fahren und Gas wie Bremse reagieren unmittelbar. Nach den Einfahrrunden geht´s dann auf Tempo. Und hier war unser erster Eindruck: „Wow. Der hat Feuer unterm Arsch!“ Tolle Beschleunigung und dabei stets volle Kontrolle. Der Arrma fährt fast wie auf Schienen, schaukelt oder wippt nicht auf und ist bestens zu beherrschen. Die Reifen drehen auf Asphalt natürlich schneller durch, womit sich dann Turns und Drifts fahren lassen, die einem das grinsen ins Gesicht bringen: Rollen lassen, kurz einlenken und dosiert wieder Gas geben … der Arrma slided herrlich über den Asphalt und zieht schon am Kurvenausgang wieder mit einem Gefühl „wie auf Schienen“ in seine Bahn.  Beim Slalom folgt der Typhon exakt den Steuerbefehlen des Piloten.

Zweite Fahrt im Regen auf Wiese

Das einsetzende Gewitter sorgte für noch mehr Spaß! Der Wintergarten wurde kurzerhand zum Steuerstand im trockenen, während wir die Buggies draußen im Regen über die kurze Wiese gejagt haben. Kein Problem, denn alle wichtigen Komponenten sind wasserdicht und ein kleines Rennen im Regen mit exakt gleichem Material kann kaum mehr Spaß bereiten!

Kurze Gerade, dann um den Kirschbaum herum. Leichter Slalom an der Wegbegrenzung entlang und um den Rosenbusch zurück zum Sprint auf der Geraden. Hier war nicht „Vollspeed“ gefragt, sondern wohl dosierte Gas- und Lenkmannöver. Einmal zu schnell zum überholen, rächte sich das in einem größeren Kurvenradius oder abrupt nötigem abbremsen. Hier waren eher der Übermut und Fehler der Piloten begrenzend, als der stets exakt und gutmütig reagierende Arrma Typhon. Das Ganze hat uns soviel Spaß gemacht, dass wir zum Boxenstopp (Akkuwechsel) über die Wegbegrenzung gesprungen sind und bis an den Wintergarten rangefahren. Dicke Regentropfen sind nur so geprasselt und jede Fahrt durch eine Pfütze wurde mit hoch preschender Gicht und einem „Jihaah!“ unsererseits belohnt. Technik, die begeistert, kann ich nur sagen. Die Buggies haben alles locker mitgemacht.

Dritte Fahrt auf einem ebenen Parkplatz

Nachdem wieder alle Akkus frisch waren und die Buggies etwas gesäubert, ging´s bei bestem Sonnenschein auf einen großen, glatten Parkplatz. Hier konnten wir von Beginn an herumheizen und den Topspeed über sehr lange Geraden genießen und Kurven ebenso mit durchgedrücktem Gashebel fahren. Der Radius wird entsprechend groß, doch auch hier kann ich nur sagen: Der Typhon 6S ist super kontrollierbar, neigt nicht zum überschlagen – ganz gleich ob in Rechts- oder Links-Kurven und ist auch bei Drifts flink wieder in die Bahn zu kriegen.  Bei guter Trimmung kannst du den Arrma aus dem Stand heraus super beschleunigen und brauchst nicht oder nur minimal korrigieren.

Mein Sohnemann ist nicht ganz so feinfühlig mit dem Gas – und zB einmal über die Piste hinausgeschossen, voll in unebenes Gelände mit Gras & Steinen. Einmal unsanft und hörbar an einer Bordsteinkante entlang.  Und: hat es auch einmal gebracht, seinen Buggy fast frontal in Fullspeed gegen einen Zaunpfosten zu semmeln! Ich erinnere mich gut, als mir das mal mit einem Nitro-Buggy passiert ist: Die Anlenkung war gebrochen und die Stange, die durch den Achsschenkel geführt wird, stark verbogen. Nicht so beim Arrma Typhon 6S. Er hat den doch recht heftigen Crash weggesteckt. Einzige sichtbare Spur nach wirklich einigem heizen hat der Bordsteinknutscher hinterlassen: Die Felge ist am Rand angeknabbert und der Reifen an einer kleinen Stelle der Flanke beschädigt.

Nun bin ich wirklich gespannt, wie sich der Offroder im Gelände schlägt und Sprünge meistert. In einem weiteren Artikel werde ich meine weiteren Eindrücke und Erfahrungen mit 4S & 6S Akku-Befeuerung zusammenfassen.

Mein erstes Fazit:

Der Arrma Typhon 6S ist ein schicker, robuster und geiler RTR Elektro Offroad Buggy. Er hat ein Top Preis-Leistungs-Verhältnis und könnte fast schon im Wettbewerb gefahren werden. Wenn man Kritik üben möchte, beschränkt sich diese auf wenige Details, die nicht ausschlaggebend sind oder den Spaß erheblich mindern würden. Und das ist beim Arrma Typhon garantiert: Spaß!

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