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FPV Brille: 10 Dinge, auf die du achten musst

10 Tipps zur Auswahl der optimalen FPV Brille. Dazu eine Übersicht aller FPV Brillen mit Vergleichsdaten und Preisen. Von der Einsteiger-Brille Quanum DIY bis zum Profi-Modell Fatshark Dominator HD. Und auch Neu-Ankündigungen wie die DJI-Goggles oder Fatshark Transformer sind in der überarbeiteten 2017er Übersicht enthalten.

FPV Brille: Marktübersicht 2017

Fatshark Faceplate

Fatshark Faceplate: Damit lassen sich ältere Fatshark Brillen updaten

Mit einer FPV Brille (englisch: FPV Goggle) siehst du das Kamerabild aus dem Modell so, als würdest du selbst im Cockpit sitzen. Der Bildeindruck und das Flugerlebnis werden dadurch intensiviert, dass das Sonnenlicht und die Umgebung durch Augenmuscheln ausgeblendet werden. Dieses „mittendrin-Gefühl“ nennt man bei uns auch Immersionsflug. Für jedes Auge gibt es einen eigenen Bildschirm sowie eine Optik, um das Bild scharf auf der Netzhaut abzubilden.

Dual-Panel FPV-Brillen

Solche Brillen nennt man Dual-Panel Brillen, die es zB von AlignFatshark, Flysight, Spektrum oder Skyzone zu Preisen zwischen 200 und 600 Euro gibt. Vorteil der Dual-Panel Brillen ist die sehr leichte und kompakte Bauweise. Sie sind schnell verstaut und passen überall rein. Aber aufpassen: Niemals direktes Sonnenlicht durch die Linsen kommen lassen – das kann die Micro-Bildschirme kaputt machen!

Fatshark Faceplate

Top-Klasse bei Dual-Panel Brillen: Fatshark Dominator HD

„Boxed“ oder Single-Panel FPV-Brillen

Mittlerweile gibt es ein noch größeres Angebot an Single-Panel FPV-Brillen. In diesen „Boxed“ FPV-Brillen steckt ein 4-7″ großer Bildschirm, ringsum geschützt durch ein möglichst leichtes Gehäuse. Das Bild wird über eine Fresnel-Linse scharf abgebildet. Single-Panel-Brillen sind durch die techn. einfachere Bauart recht preisgünstig zu bekommen und bieten häufig höhere Auflösungen als Dual-Panel Brillen mit ihren Micro-Bildschirmen. Sie sind dafür größer und schwerer – aber durch bequeme Polster und gute Gummibänder nicht unbequem zu tragen.

Boxed FPV-Brillen gibt es zB von Aomway, Eachine, EyeBox, Headplay, Quanum, Walkera oder Yuneec je nach Qualität und Ausstattung zu Preisen von 30 bis etwa 350 Euro.

Eachine Goggle One

Eachine Goggles One: Single-Panel Brille mit Full-HD Auflösung & HDMI-Eingang

 

Zeiss Cinemizer mit Eyeshield

Zeiss Cinemizer mit Eyeshield

Auch mobile Videobrillen können sich für den FPV-Flug eignen. Eine der ersten Brillen dieser Art war die Zeiss Cinemizer, für die  es ein optionales Eyeshield gab, das Sonnenlicht abhält. Von der Hybrid-Brille Epson Moverio gibt es nun die zweite Generation BT300, die winzige OLEDs mit 1280×720 Bildpunkten hat. Sie ist mit 850 Euro allerdings sehr teuer. Günstiger ist da die Avegant Glyph, die ganz ohne Monitore auskommt, sondern ein Micro-Spiegel-Array nutzt und jedes Signal abbilden kann, dass über HDMI reinkommt. Sie könnte sich für Kamera-Copter eignen, da sie das Umgebungslicht nicht gänzlich abschattet und so auch L.o.S. fliegen möglich ist. Die Vuzix iWear beherrscht ebenfalls 1280x720p und hat einen HDMI-Eingang. Sie ist recht preiswert zu bekommen und schirmt Umgebungslicht vollständig ab.

Analog oder digital übertragen?
Am häufigsten werden die Bild-Signale analog übertragen. Digitale Übertragungs-Technik mit 5,8 GHz gibt es mit dem Amimom Connex System und der DJI Lightbridge. Im DJI Inspire 1 und Inspire 2 ist diese Technik Standard und wurde stetig weiterentwickelt. Inzwischen beherrschen zB auch die Consumer-Modelle Phantom 4 und DJI Mavic die digitale Übertragung. Die anfänglich hohen Latenzen (Zeitverzögerungen bei der Übertragung des Live-Bildes)  sind heute kein so großes Thema mehr. Gesteigert werden konnten auch die zu erzielenden Reichweiten bei guter Bildstabilität. In diesem Jahr bietet DJI zum ersten Mal ebenso eine passende Full-HD FPV-Brille an. Bislang müssen FPV-Fans bei DJI stets auf andere  Brillen mit HDMI-Eingang zurückgreifen.

Um nun die für dich passende FPV Brille zu finden beachte nachfolgende Tipps. In der Übersicht findest du alle FPV-Brillen am Markt mit Eckdaten & Preisen zum Vergleich.

UPDATE: Die neue 2017-er Marktübersicht enthält rund 50 verschiedene FPV-Brillen von über 30 Anbietern. Diese findest du als Google-Doc verlinkt, so dass das Dokument einfacher aktuell gehalten werden kann und jederzeit online abrufbar ist.

Die ultimative FPV-Brillen Marktübersicht 2017 >> LINK zur FPV-Brillen Tabelle <<

FPV-Brillen Marktübersicht

Marktübersicht FPV-Brillen: > 50 Modelle von > 30 Anbietern


Das alte PDF-Dokument:  
FPV Brillen Marktübersicht 2015

 

1. Auflösung

Fatshark Dominator HD

Top FPV-Brille mit der höchsten Auflösung (SVGA)

Beim FPV-Fliegen mit Brille geht es vor allem um das „Immersions Feeling“. Wichtig ist hier das Zusammenspiel der FPV-Cam und -Brille. Achte auf das gleiche Bildformat bzw Seitenverhältnis sowie eine entsprechend passende Auflösung.

Gängige Auflösungen bei FPV-Brillen sind derzeit

  • 640×480 Pixel (VGA 4:3)
  • 854×480 Pixel (WVGA 16:9)
  • 800×600 Pixel (SVGA 4:3)
  • 800×480 Pixel (5:3)
  • 1280×720 Pixel (16:9)
  • 1280×800 Pixel (16:10)
  • 1920×1080 Pixel (Full-HD 16:9)

Die höchste Auflösung unter den Dual-Panel Brillen bietet die Fatshark Dominator HD. Bei den Single-Panel FPV-Brillen sind 1280x720p bis Full-HD drin. Interessante Modelle gibt´s etwa mit der Quanum Genesis und TOVSTO Vivid sowie der preisgünstigen  Eachine Goggle One.  Zu den DJI Goggles gibt es leider noch keine Verfügbarkeit und Preis.

Um genügend Schärfe & Detailreichtum zu erzielen und auch bei geringem Abstand zum Auge nicht zu pixelig zu werden,  ist eine höhere Auflösung empfehlenswert.

 

2. Field-of-View, FOV

Fatshark Dominator V2

Fatshark Dominator V2: VGA-Auflösung und 32° FOV

Die Sichtweite bzw das Sichtfeld wird im englischen Field-of-View (FOV) genannt und ist eine der wichtigsten Eckdaten auf die du achten solltest. Je größer die angegebene FOV in Grad, desto mehr siehst du von der Umgebung und umso besser das Immersions-Fluggefühl.  Allerdings bringen extreme Weitwinkel, wie bei Actioncams mit 160° wenig: Durch die Bildverzerrungen kannst du Abstände zu Hindernissen nicht korrekt einschätzen. Darum ist der FOV-Winkel bei Brillen begrenzter und liegt zwischen 30° und 78°.

Bei einem Bildformat von 4:3 (VGA oder SVGA-Auflösung) hast du zu den Seiten sowie nach oben & unten gute Sicht. Darauf achten besonders FPV-Racer, die sich mit Miniquads durch enge Parcours bewegen und oft Bodennah fliegen. Bei einem 16:9 Format (WVGA) hast du eine eher breite Sicht, aber etwas geringere  nach oben, unten.

 

3. IPD & Dioptrienausgleich

Fatshark Diopter Lens

Fatshark Diopter Lens: -2, -4, -6 sind im Set erhältlich

Beim Fielmann würde man´s Pupillenabstand nennen: IPD (Interpupilar distance). Der liegt beim deutschen Durchschnittsmann bei 64mm. Damit aus den zwei Bildschirmen vor dem Auge ein Gesamtbild entsteht, ist es sinnvoll, den IPD Abstand bei einer FPV-Brille einstellen zu können. Wenn du also schon weißt, dass deine Augen zB enger zusammenstehen oder weiter auseinander, achte bei der FPV-Brille deiner Wahl darauf, dass sich IPD einstellen lässt.

Nun hat auch nicht jeder Adleraugen und braucht eine Brille. Diese kannst du bei einer FPV-Brille aber nicht aufbehalten – und damit würdest du nur unscharfe Bilder sehen. Daher gibt es separat erhältliche Dioptrienausgleichslinsen für Fatshark-Brillen, die auch in alle Skyzone-Modelle passen.

 

4. Passform & Lichtdurchlass

Boscam GS922Da du die Brille unter Umständen mehrere Stunden vor dem Gesicht hast, ist es wichtig, dass sie nicht auf der Nase oder an den Augenrändern drückt. Gleichermaßen muss sie relativ eng anliegen, damit kein Sonnenlicht durch die Silikon-Augenmuscheln dringt.

Ein breites und idealerweise verstellbares Gummiband ist prima. Ebenso eine Form, die auf dein Gesicht passt ohne dass du Atemnot bekommst. Probier am besten vor dem Kauf einmal Modelle aus (im Laden, bei Freunden, Modellverein) und achte insbesondere bei den DIY-Brillen auf feste, aber auch verstellbare Gummibänder und einen angenehmen Sitz über längere Zeit.

 

5. Receiver

Fatshark Dominator Modules

Bei den Fatshark Dominator Modellen kannst du Module für Headtracker und Receiver nutzen

Einige FPV Brillen kommen ohne eigenen Receiver, einige mit integriertem und wieder andere sind modular aufgebaut so dass du wählen kannst, ob du 5,8 GHz oder 2,4 GHz einsetzen möchtest.

Hier gibt es kein besser oder schlechter. Die Frage ist nur, was und wie willst du es haben?

Besitzt du zum Beispiel schon einen guten Receiver, wie den ImmersionRC Uno / Duo, ist ein integrierter Receiver nicht zwingend nötig.  Es kann aber auch praktisch sein, ein Modell mit integriertem Receiver zu wählen: So musst du zB keine extra Hardware und LiPo zur Stromversorgung mitnehmen oder hättest einen Ersatz, wenn ein Receiver ausfällt. Brillen wie die von Skyzone haben gar einen Diversity-Empfänger an Bord – und den größten Vorteil, den ich hier sehe ist in der Tat Redundanz: Dass zwei Receiver gleichzeitig ausfallen, ist unwahrscheinlich.

 

6. Headtracker

Hast du einen Headtracker in deiner FPV-Brille – und deine FPV-Cam lässt sich über ein entsprechendes Gimbal bewegen, so blickt die Kamera immer in die Richtung, in die du deinen Kopf bewegst. Schaust du also nach rechts, blickt auch die Cam nach rechts. Neigst du deinen Blick nach unten, blickt die Kamera nach unten. Das kann das Immersionsgefühl intensivieren.

Für die Fatshark Dominator / Dominator HD gibt es ein entsprechendes Modul, das jederzeit nachgerüstet werden kann. Brillen wie die Fatshark Attitude V2 oder Skyzone-01 / -02 kommen mit einem integrierten Headtracker.

 

7. Stromversorgung

Fatshark LiPo

LiPo für Fatshark mit Ladekabel-Adapter

Je länger du draußen bist, umso wichtiger ist es, dass du stets genügend „Saft“ zur Stromversorgung deiner FPV-Brille hast. Hier hat sich ein Klinkenanschluss an Brillen wie bei 12V-Netzteilen durchgesetzt. Das ist auch okay, wenn du zB den Zigarettenanzünder oder ähnliches für die Stromversorgung der Brille einsetzt. Wenn´s aber mal spontan aufs Feld geht, stört jedes Kabel und Extra nur.  Da möchtest du einfach nur einen kompakten Akku anstöpseln und unabhängig sein.

Nun ist ein Klinken-Anschluss bei LiPos eher selten – und die original Akkus mit rund 20 Euro künstlich teuer. Umso besser, wenn du bei mitgelieferten Adaptern auf JR- und andere Stecker zurückgreifen kannst, um andere LiPOs und vor allem welche mit höherer Kapazität nutzen zu können. Anderenfalls ist Lötarbeit gefragt.

Fatshark und Skyzone zählen hier zu den flexibleren Anbietern, bei denen du nicht nur auf die Hersteller-eigenen LiPos zurückgreifen musst, sondern mit Adapter-Steckern auf beliebige LiPos verbinden kannst.

8. DVR

Skyzone Sky-01

Skyzone Sky-01: besitzt u.a. einen integrierten DVR

Einige FPV Brillen haben einen integrierten Recorder, der die Bilder der Kamera auf einer microSD-Karte speichert. Werden mit dem Bild zum Beispiel auch OSD-Daten als Overlay auf das Bild gesendet, kannst  du eine 1:1 Kopie deines Fluges aufzeichnen.

So ein DVR kann auch praktisch sein, wenn du dein Modell mal irgendwo im Busch oder hohen Gras versemmelst: Flink in die Aufzeichnungen vom DVR geschaut und schon ist die Suche leichter.

Einen integrierten DVR bieten derzeit die Fatshark Dominator Modelle, die Skyzone Brillen sowie die Boscam GS922, allerdings nimmt letztere nur VGA auf, obwohl die Brille selbst WVGA darstellt.

 

9. Kompatibilität mit FPV-Sender(n)

Greifst du zu einer Brille mit integriertem Receiver, achte darauf, dass dieser mit dem FPV-Sender im Modell kompatibel ist. Weit verbreitet sind entweder ImmersionRC (in allen Fatshark-Brillen) oder Boscam (in der Boscam GS922).  Solltest du mit anderen Piloten fliegen, achte darauf, dass du auf Kanäle ausweichst, die andere eben nicht nutzen. Je mehr Frequenzbänder & Kanäle du an Sender und Receiver nutzen kannst, desto besser.

Bei den Skyzone-Brillen bist du aus dem Schneider: Sie haben einen 32-Kanal Diversity-Empfänger integriert, der zu allen gängigen Sendern kompatibel ist: Skyzone, Boscam sowie ImmersionRC.

10. Bedienung & Extras

Boscam GS922

Bedienelemente an der Boscam GS922

Alle wichtigen Bedienelemente sollten leicht zugänglich und die Beschriftungen verständlich sein. Unterschiedlich große Buttons helfen zum Beispiel, Funktionen nicht miteinander zu verwechseln, wenn du die Brille aufhast und quasi blind agieren musst.

Frequenz und/oder Kanäle sollten sich einfach wechseln lassen. Ebenso Kontrast & Helligkeit des Bildes auf deine Bedürfnisse anpassen oder auch die Lautstärke anpassen, wenn du zum Beispiel Kopfhörer anschliesst. Je mehr Features eine FPV-Brille hat (Headtracker, Diversity-Empfänger, DVR) umso wichtiger ist es, dass du mit den in der Regel wenigen Bedienelementen dennoch problemlos alles einstellen kannst.

 

 

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4 Comments »

  1. Also die Cinemizer OLED pauschal als nicht FPV-tauglich zu beschreiben ist schlichtweg falsch. Mit dem Original-Zeiss-Eyeshield lässt sie sich mehr als ausreichend verdunkeln und somit auch z. B. direkt an der Lightbridge sehr gut betreiben (und das nutzen so einige LB-Nutzer).

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    • Im Vergleich zur analogen Übertragung hat die digitale Lightbridge eine zu hohe Latency > 50ms und mehr. Hier ist die Anwendung Kontrolle des Kamerabildes bei langsamem Kameraflug. Weiteres Problem digitaler Bildübertragung: Das Bild ist entweder da oder nicht da.
      In der FPV-Fliegerei will man genau das nicht. Die analoge Übertragung hat den Vorteil, dass es minimalste Latenzen gibt, da nichts gebuffert werden muss – und das Bild wird bei erreichen der max. Reichweite oder Signalstörungen schlechter, grissliger – fällt aber lange nicht komplett aus.

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      • Das ist doch nicht der Punkt. Im Artikel wird der Lichteinfall bei der Cine bemängelt. Dieses Problem wird mit dem Eyeshield beseitigt. Abgesehen davon, eignet sich die Kombi fuer normales FPV durchaus. Sicherlich nicht fuer Racer.

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  2. Der Beitrag geht doch um reine FPV-Brillen. Das ist die Cinemizer nicht. 30° FOV und 3D-Konverter braucht doch kein Mensch. Es lässt sich ohne Lags nur der analoge Video-In nutzen womit alle sonstigen Vorteile der Heimkino-Brille dahin sind. Schick sieht sie ja aus, aber wozu 650 Euro + 40 Euro für nen Sichtschutz ausgeben wenn es bessere FPV-Brillen mit Empfänger, DVR, Headtracker günstiger gibt?

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